Tipps und Tricks
Verwalten von SCSI2Pi mit der PiSCSI-Weboberfläche

SCSI2Pi ist kompatibel zur PiSCSI-Weboberfläche, die man vor oder nach der Installation von SCSI2Pi installieren kann. Leider kommt die Weboberfläche nicht mit unbekannten Gerätetypen klar, obwohl dies technisch kein Problem wäre. Daher lassen sich mit s2p ab Version 6.1 Gerätetypen in der von der Weboberfläche genutzten API abschalten. Starten Sie hierzu s2p mit -w SCSG,SCTP oder tragen Sie in /etc/s2p.conf folgendes ein:

without_types=SCSG,SCTP

Diese Einstellung wirkt sich auch auf die SCSI-Control-App aus, so dass sich diese Gerätetypen nicht mehr mit der App anlegen lassen. Die eigentliche s2p-Funktionalität bleibt jedoch unverändert.

Logging

s2p nutzt zum Loggen die spdlog-Bibliothek. Das Standard-Logging-Format lässt sich auf der Kommandozeile oder in /etc/s2p.conf definieren, z. B. um die oft nicht benötigten Zeitstempel hinzuzufügen:

>s2p -l "[%Y-%m-%d %H:%M:%S.%e] %n [%^%l%$] %v ...

Oder als permanente Einstellung in /etc/s2p.conf:

log_pattern=[%Y-%m-%d %H:%M:%S.%e] %n [%^%l%$] %v

Die spdlog-Dokumentation erklärt alle verfügbaren Einstellungen.

Caching

s2p unterstützt verschiedene Caching-Modi. Welcher Modus den besten Durchsatz liefert, hängt vom Pi-Modell und dem verfügbaren Speicher ab. Daher geht hier Probieren über Studieren. Die nachfolgende Tabelle listet die verfügbaren Einstellungen auf. Beachten Sie, dass sich diese in zukünftigen SCSI2Pi-Releases ändern können. Ausgewählt wird der Caching-Modus für jedes Gerät separat mit der Kommandozeilen-Option "--caching-mode" oder dem Property "caching_mode", z. B. in /etc/s2p.conf.

Modus Bemerkung
piscsi Dies ist die Standard-Einstellung. Es handelt sich um einen einfachen Cache, der nur komplette Sektoren verarbeiten kann. Daher unterstützt er die SCSI-Kommandos READ/WRITE LONG nur teilweise.
linux Dieser Cache basiert auf dem Dateisystem-Cache von Linux und benötigt am wenigsten Speicher. Er unterstützt wie die nachfolgenden Modi die SCSI-Kommandos READ/WRITE LONG vollständig.
linux-optimized Wie linux, liest/schreibt aber mehrere Sektoren gleichzeitig und benötigt mehr Speicher.
write-through Wie linux, schreibt die Daten der Image-Datei aber sofort zurück.
Netzwerk-Nutzung

Bei Nutzung der DaynaPort-Emulation auf Basis der Informationen im PiSCSI-Wiki ist es nicht nötig, manuell eine Bridge einzurichten. Beim Start erzeugt s2p bei Bedarf automatisch eine Bridge für physikalische Interfaces ("eth*") und entfernt diese automatisch bei Programmende. Das Erzeugen der Bridge lässt sich bei Bedarf abschalten:

>s2p -i 6 -t scdp bridge=false

Bei einem Pi mit Ethernet- und WLAN-Interface verwendet s2p für die DaynaPort-Emulation das Ethernet-Interface. wlan0 lässt sich statt eth0 nutzen, indem man s2p mit der interface-Option startet, optional mit Angabe einer IP-Adresse und/oder einer Netzmaske:

>s2p -i 6 -t scdp interface=wlan0[:inet=a.b.c.d/m]

Alternativ, z. B. in /etc/s2p.conf, lassen sich Interface und Netzmaske mit einem Property konfigurieren:

device.6:0.params=inet=10.10.20.1/24:interface=wlan0

Atari-Anwender, die den STiNG-Treiber für den DaynaPort nutzen, sollten die neueste Version 0.81 (von 2024) dieses Treibers verwenden.